Bern, 21. April 2010. Heute Mittwoch fand in Bern die Fachtagung «Zukunft Bildung Schweiz» statt, organisiert von den Akademien der Wissenschaften Schweiz sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung. Ziel der Tagung war es, ausgewählte Aspekte des Weissbuchs „Zukunft Bildung Schweiz“ zu diskutieren.
Das Weissbuch «Zukunft Bildung Schweiz» der Akademien der Wissenschaften Schweiz hat zahlreiche Problembereiche des Schweizerischen Bildungssystems kurz thematisiert sowie Thesen zu seiner Entwicklung mit Blick auf das Jahr 2030 präsentiert. An der heutigen Fachtagung, an welcher BildungsforscherInnen, VertreterInnen der Bildungsinstitutionen, PolitikerInnen sowie VertreterInnen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände teilgenommen haben, wurden die vier im Weissbuch angesprochenen Bereiche Kontexte der Bildung 2030, Bildungsgerechtigkeit und Strategien des Ausgleichs sozialer Ungleichheiten, Governance und Policy im Kontext internationaler Entwicklungen sowie die Transformation des Wissens und Bildungsorte der Zukunft vertieft analysiert.
Peter Suter, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz, forderte in seiner Eröffnung « Mut zu einer objektiven Beurteilung von Vor- und Nachteilen unseres Systems, um ein zukunftsgerechtes Bildungsland Schweiz zu entwickeln». Unwidersprochen blieb die Feststellung von Rolf Becker (Universität Bern), dass in der Schweiz die Bildungschancen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark von der sozialen Herkunft abhängen. Gegenmittel sind gemäss Becker als auch Alain Clémence (Universität Lausanne) eine geringere Stufung sowie eine Verschiebung von der Selektion hin zur Integration.
Zudem hielt Alain Clémence fest, dass die Trennung zwischen der Allgemeinbildung und der Berufsbildung ein künstliches Konstrukt ist, da praxisorientierte Berufe theoretische Kenntnisse erfordern und in akademischen Ausbildungsgängen auch Praxiserfahrung relevant ist. Ebenso forderte Peter Sigerist (Schweizerischer Gewerkschaftsbund) dazu auf, den Streit zwischen allgemeiner Bildung und Berufsbildung zu beenden. Eine Vereinfachung des Bildungssystems, eine Erhöhung der Durchlässigkeit sowie eine stärker national abgestimmte sowie evidenzbasierte Steuerung des Bildungssystems sind Desiderate, welche breite Zustimmung fanden.
In weiteren Veranstaltungen sollen vor allem der Forschungsbedarf und Handlungsstrategien für die Zukunft des Bildungssystems Schweiz diskutiert und