Bern, 31. Mai 2010. Die ersten Berichte über die Bologna-Reform skizzieren ein grundsätzlich positives Bild über die Umsetzung und die erzielten Resultate. Die Reform gibt jedoch zweifelsohne genügend Anlass zu Debatten in der akademischen Welt. An der Öffentlichen Veranstaltung der SAGW diskutieren Befürworter und Gegner die Bologna-Reform.
Gemäss dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung ist die Umsetzung der Bologna-Reform in der Schweiz im europäischen Vergleich weit fortgeschritten. Positive Auswirkungen stellt das Bundesamt für Statistik insbesondere bei der Abschlussquote auf der Stufe des ersten universitären Diploms, bei der Übertrittsquote Bachelor/Master sowie der internationalen Mobilität fest. Die CRUS (Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten) und der VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften) ziehen in ihrer Studie ebenfalls eine positive Bilanz. Die Bologna-Reform gibt dennoch Anlass zu Debatten in der akademischen Welt. Zahlreiche Kritikpunkte werden von der Studierendenschaft ins Feld geführt, etwa zum Stipendiensystem, zur mangelhaften Anerkennung von Abschlüssen, zur Ökonomisierung der Studien, zu den Studiengebühren oder zum Verlust der akademischen Freiheit; aber auch die Dozierenden äusseren ihren Unmut.
Das Bolognasystem kennt jedoch auch seine Befürworter, wie es der Presse in verschiedenen Berichten zu entnehmen ist. Die Veranstaltung der SAGW will diese kontroverse Debatte auf der Grundlage der ersten vorliegenden Studien aufnehmen und vertieft weiterführen.
Es debattieren am 4. Juni in Neuchâtel: Prof. Dr. Anne-Claude Berthoud, Präsidentin SAGW; Marco Haller, Vertreter des VSS; Dr. Matthias Hirt, Universität Bern; Prof. Dr. Claire Jaquier, Universität Neuenburg; Prof. Dr. Hans Ulrich Jost, Universität Lausanne; Prof. Dr. Antonio Loprieno, Präsident CRUS; Prof. Dr. Bernd Roeck, Universität Zürich

