Die Jury zeichnet Dr. Helmut Stalder und seine Spezialbeilage im Tages Anzeiger aus drei Gründen aus: Erstens ist die journalistische Vermittlung einer geschichts-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Thematik ausgezeichnet gelungen. Zweitens hat Dr. Helmut Stalder ein für die Schweiz gewichtiges und symbolträchtiges Thema aus zahlreichen Perspektiven lebendig und kritisch dargestellt. Drittens beweist die Beilage, dass mit geschickter Hand wissenschaftliche Forschungen und aktuelle Fragestellungen zu Verkehr und Fortschritt, Technik und sozialem Kontext leserfreundlich aufbereitet werden können.
Hintergründe der Spezialbeilage «125 Jahre Gotthardbahn»
Dr. Helmut Stalder hat die Beilage initiiert und konzipiert und zusammen mit einem Team von fünf Autoren und drei Experten realisiert. Ziel war es, das von der Wissenschaft erarbeitete Wissen über den Bau und vor allem über die vielfältige Wirkung der Gotthardbahn zu bündeln und in seiner ganzen Breite zu vermitteln. Aufgearbeitet wurden dabei politikgeschichtliche, regionalpolitische, aussenpolitische, wirtschaftsgeschichtliche, strukturgeschichtliche, sozialhistorische, migrationsgeschichtliche, technikgeschichtliche, denkmalpflegerische sowie kulturgeschichtliche Aspekte. Entstanden ist eine für die Presseland-schaft aussergewöhnliche Darstellung des Phänomens Gotthardbahn, welche die Folgen des Baus und die Forschung dazu ins Bewusstsein der Öffentlichkeit hebt.
Die Goldene Brille
Geschaffen wurde die «Goldene Brille» im Jahr 2000 mit dem Ziel, publizistische Beiträge auszuzeichnen, die wissenschaftliche Forschung der Geistes- und Sozialwissenschaften einem Laienpublikum zugänglich zu machen. Der Preis würdigt die Arbeit von Medienschaffenden und von Forschenden, die ihre Arbeit zu einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Thema einer nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die neunköpfige Jury besteht aus Journalistinnen und Journalisten sowie aus Wissenschaftlern der deutschen und französischen Schweiz. Präsident ist Erwin Koller, Mitglied des Vorstands der SAGW.
Magalie Goumaz (La Liberté) und Erwin Koller übergeben den Preis am Freitag, 9. November 2007 um 13.10 Uhr im Zentrum Paul Klee in Bern, anlässlich der Herbsttagung der SAGW zum Thema «Das digitale Gedächtnis der Schweiz: Stand, Herausforderungen, Lösungswege».
Für Interviewtermine mit dem Preisträger oder Auskünfte zum Medienpreis wenden Sie sich bitte an Martine Stoffel, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Hirschengraben 11, 3001 Bern; Tel: +41 (0)31 313 14 55, E-mail: martine.stoffel@sagw.ch
Angaben zur Person
Dr. Helmut Stalder, geboren am 21. Juli 1966, studierte Geschichte, Germanistik und Politische Philosophie in Zürich, Frankfurt a. M. und an der Columbia University in New York und promovierte über das journalistische Werk von Siegfried Krakauer in der «Frankfurter Zeitung».
Seit 1998 ist er politischer Redakteur beim «Tages-Anzeiger» in Zürich und dort unter anderem verantwortlich für Verkehr und Energie sowie historische Themen. 2003 veröffentlichte er im Orell Füssli Verlag das Sachbuch «Mythos Gotthard. Was der Pass bedeutet», eine verkehrs-, technik- und kulturgeschichtliche Studie zum wichtigsten Alpenübergang im Zentrum Europas.

