Newsletter Februar 2019 – Wissenschaftspolitik

Wissenschaftspolitik - Politique scientifique

Actionuni fordert Massnahmen zur Nachwuchsförderung
Actionuni, der Dachverband der Schweizer Mittelbauvertretungen, fordert in einem am 18. Februar veröffentlichten Positionspapier alternative Karrierewege an den Schweizer Hochschulen. «Es muss mehr geben als die Professur als einzige unbefristete wissenschaftliche Position», heisst es im Papier. Zudem sollen flachere Hierarchien und integrativere Arbeitsmodelle geschaffen werden, um die wissenschaftliche Verantwortung breiter abzustützen. Die insgesamt 8 ausformulierten Zieldimensionen stimmen in vielen Gesichtspunkten mit den Forderungen des Berichts «Next Generation: Für eine wirksame Nachwuchsförderung» überein, den die SAGW im Juni 2018 publizierte.

Das Positionspapier von Actionuni finden Sie hier: http://www.actionuni.ch/wp-content/uploads/2019/02/PP_DEU_V1.pdf

Den Bericht «Next Generation» steht auf der Website der SAGW in deutsch und französisch zum Download bereit: www.sagw.ch/de/sagw/oeffentlichkeitsarbeit/publikationen/publis-schwerpunkte/publis-wiss-tech.html

Am 22. März organisiert die SAGW eine Diskussionsveranstaltung zum Thema «Third Space – Lehre und Forschung als kollektive Leistung», die sich mit neuen Berufs- und Anforderungsprofilen an Hochschulen auseinandersetzt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: http://www.sagw.ch/de/sagw/veranstaltungen/vst-2019-sagw/ThirdSpace.html


ALLEA ruft zum Schutz der Ungarischen Akademie der Wissenschaften auf

Wie die NZZ am 12. Februar berichtete, wurden der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zu Jahresbeginn fast drei Viertel ihrer Finanzmittel entzogen. Nun sollen auch die Institute der Akademie ausgegliedert werden. Kritiker befürchten, dass damit die Autonomie der Wissenschaften politisch gezielt untergraben wird. Die ALLEA (All European Academies) hat in einem am 15. Februar veröffentlichten Statement zum Schutz der institutionellen Autonomie und der wissenschaftlichen Freiheit der Akademie aufgerufen. Auch Mitarbeitende der Ungarischen Akademie der Wissenschaften haben sich zu Wort gemeldet und in einem Statement acht Forderungen an die ungarische Regierung gestellt.

Die Statements finden Sie auf der Website der SAGW: www.sagw.ch/de/sagw/aktuelles/news-2019/Ungarische_Akademie.html


Open Access – «Wissen zugänglich machen – ohne Wenn und Aber»
Gastkommentar von Matthias Egger
22. Februar – Neue Zürcher Zeitung

Matthias Egger, Präsident des Nationalen Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), kritisiert in einem Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung den Vorschlag zu einem neuen Bundesgesetz über das Urheberrecht, der zurzeit im Parlament beraten wird. Aus Sicht der Wissenschaft fehlten Bestimmungen zu einem Zweitveröffentlichungsrecht, sagt Egger. Ein solches würde es Forscherinnen und Forschern ermöglichen, ihre Resultate in Open Access zugänglich zu machen. Dies wirke sich nicht negativ auf die Verkaufszahlen aus.

Mehrere Untersuchungen bestätigen diesen Befund:

Das SNF-Projekt «Oapen-CH» kam in einem im April 2018 veröffentlichen Bericht zum Schluss: «Eine digitale, übers Internet frei verfügbare Ausgabe erhöht die Auffindbarkeit, Sichtbarkeit und Nutzung von Monographien. Open Access wirkt sich nicht negativ auf den Verkauf des gedruckten Buches aus.»

Den Bericht finden Sie hier: www.snf.ch/de/foerderung/wissenschaftskommunikation/oapen-ch/Seiten/default.aspx

Eine kürzlich an der Universität Leiden verteidigte Dissertation des Informationswissenschaftlers Ronald Snijder ergab, dass Forschende, die ihre Bücher in Open Access zur Verfügung stellen, zwar viel mehr Leser erreichen, allerding nur wenig häufiger zitiert werden als ihre Kolleginnen und Kollegen. Auch Snijder kam zum Ergebnis, dass Open Access kaum Auswirkungen auf die Verkaufszahlen der Printausgaben habe.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Universität Leiden:
www.universiteitleiden.nl/en/news/2019/01/open-access-books-attract-many-more-readers-and-slightly-more-citations

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